January 09 , 2018

Unternehmensplanung: Rolling Forecast statt jährliches Budget

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Das neue Jahr hat begonnen, die Budgets und Jahresplanungen für 2018 stehen zur konsequenten Umsetzung bereit. Oder etwa nicht? Immer mehr Firmen verabschieden sich vom fixen Budget. Als Alternative geistert der Begriff des Rolling Forecasts durch die Gänge der Finanzabteilungen. Was hat es damit auf sich?

 

Eine Studie der Universität Zürich hat ergeben, dass mehr als 50 Prozent aller Unternehmen ihre Budgets unter dem Jahr nicht mehr aktualisieren. Der Zeitaufwand, um die Jahresbudgets zu erstellen, kann derweil bis zu vier Monate betragen. Dies vor allem deshalb, weil die Budgetprognosen oft viel zu detailliert aufgeschlüsselt und zu weit heruntergebrochen werden – und zwar auch für Kosten, die keinen wirklichen strategischen Wert haben. Kein Wunder also, steht der klassische Budgetierungsprozess vermehrt in der Kritik. Schliesslich hat das Geschäftsumfeld in den letzten Jahren in rasantem Tempo an Komplexität und Schnelllebigkeit zugenommen und nicht selten werden wesentliche Teile eines statischen Budgets bereits nach kurzer Zeit obsolet. Eine effiziente Nutzung der Ressourcen ist kaum möglich, da die meisten Budgetierungsprozesse mehrere Monate dauern.

 

Situativ und agil steuern

Im Gegensatz zum klassischen Budgetierungsprozess zielt der Rolling Forecast auf eine ständige Anpassung des Plannings an die tatsächlichen Gegebenheiten ab. Es wird also nicht einmal im Jahr zwölf Monate vorausgeschaut, um dann die Planung ruhen zu lassen. Beim Rolling Forecast wird die bereits erfolgte Planung nach vorausbestimmten Zeitintervallen für einen rollierenden Zeitraum von beispielsweise zwölf oder 18 Monaten regelmässig überprüft, aktualisiert und konkretisiert. Die Vorteile liegen auf der Hand:

 

  • Optimierte Performance: Der Rolling Forecast zeichnet sich durch einen viel höheren Genauigkeitsgrad aus, da regelmässig auf den neusten Informationsstand zurückgegriffen werden kann.

 

  • Zielorientierte Planung: Beim Rolling Forecast handelt es sich um eine stark zielfokussierte Planungsmethode. Im Gegensatz zur Jahresbudgetierung wird in regelmässigen Abständen (meist quartalsweise) in die Zukunft geschaut und auf der Grundlage der Gesamtstrategie adäquate Massnahmen ergriffen, um die gesetzten Ziele zu erreichen oder gegebenenfalls anzupassen.

 

  • Weniger Ressourcen: Der Rolling Forecast verbraucht in der Aufstellung wesentlich weniger zeitliche und finanzielle Ressourcen als die klassischen Budgetierungsmethoden, da der Detaillierungsgrad vergleichsweise geringer ausfällt – insbesondere wenn auf treiberbasierte Planungsmethoden zurückgegriffen wird.

 

Kulturwandel nötig

Beim Rolling Forecast werden also zu bestimmten Intervallen Prognosen für eine vordefinierte Zeitspanne (z.B. alle drei Monate über die kommenden vier bis sechs Quartale – je nach Geschäftsmodell und Industrie unterschiedlich) getroffen. Beispielsweise zu Beginn jedes Quartals – also immer im Januar, April, Juli und Oktober – wird dem Forecast entsprechend eine zusätzliche Quartalsperiode angehängt sowie die bisherigen Prognosen auf der Basis der neusten Ist-Werte und Erwartungen an die Zukunft überarbeitet und gegebenenfalls aktualisiert. Idealerweise bezieht der Rolling-Forecast-Prozess die operativen Einheiten – sprich die einzelnen Mitarbeitenden an der Front – verstärkt mit ein. Denn kurzfristige Veränderungen im Geschäftsumfeld spüren diese am stärksten. Es wäre also falsch, den regelmässigen Forecast nur in der Führungsetage umzusetzen. Jede Veränderung der Planungsmethode muss mit einem Kulturwandel im Unternehmen einhergehen. Nur so kann die Neuausrichtung erfolgreich sein. Oder wie Peter Drucker es ausgedrückt hat: „Die Unternehmenskultur verspeist die Strategie zum Frühstück.“

 


 

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