March 22 , 2018

Letzte Chance für die Unternehmensplanung – Teil 2

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Im ersten Teil unserer Blogserie zum Thema Unternehmensplanung haben wir den Unified Performance Management Ansatz vorgestellt. Soviel zur Theorie. Jetzt geht es ans Eingemachte. Um das Planen und Budgetieren aus der Krise zu führen, sind schliesslich Taten gefordert. Deshalb zeigen wir im zweiten Teil, wie sich effiziente Planungsprozesse konkret umsetzen lassen.

 

 

Teil 2 – Neun Schritte für eine effiziente Unternehmensplanung

 

Um Unified Performance Management effizient umzusetzen, sind strukturierte Prozesse und Systeme nötig. Hier eine praktische Anleitung dafür:

 

  1. Integration: Die strategische Planung wird mit der Mittelfristplanung, der Budgetierung und dem Forecasting verknüpft. Dafür werden die Budgetgrössen aus den strategischen Vorgaben abgeleitet. Es darf zu keinen Inkonsistenzen kommen, etwa aus Differenzen bei den strategischen und den budgetierten ROI-Zielen.
  2. Harmonisierung der Datenbasis und Referenzwerte: Weil viele Unternehmen ein heterogenes ERP-Umfeld haben, das über die Jahre entstanden ist, kämpfen sie mit uneinheitlichen Datenbasen. Eine einheitliche und harmonisierte Datenbasis ist der erste wichtige Schritt für eine effiziente Planung. Durch konzernweit harmonisierte Metadaten (zum Beispiel Kontenpläne, Kostenstellenhierarchien oder Kunden- und Produkthierarchien) und eine globale harmonisierte Datenbasis der Fakten wird der Grundstein für effiziente Planung gesetzt und Referenzwerte für treiber-basierte Planung geschaffen.
  3. Reduktion der Komplexität: Komplexitätsreduzierung, also weniger detaillierte Planung, übersichtlichere Planungsformulare oder mehr Automatisierung durch IT sind der dritte Grundbaustein für effiziente Planung. Finanzcontroller tendieren oft dazu, in die beliebte Falle zu treten, wonach mehr Details eine höhere Plangenauigkeit ergeben. In der Tat ist das Gegenteil der Fall, da sich die Planfehler (Forecast Errors) aufgrund der Mehrzahl an Planereignissen um ein Vielfaches aggregiert und somit die Ungenauigkeit deutlich steigt. Zudem steigt der Planaufwand in einem überproportionalen Umfang ohne Nutzen. Diese Mythen in einem Unternehmen zu brechen und die Kultur zur Planung des Wesentlichen zu treiben ist einer der Schlüssel zum Erfolg.
  4. Allgemein gültige Annahmen: Zum Beginn eines Planungsprozesses steht klassischerweise eine Sitzung der Entscheidungsträger, an dem die Planungsprämissen diskutiert und festgelegt werden. Dabei handelt es sich in erster Linie um externe Entwicklungen, mit denen das Unternehmen rechnet und die für alle Geschäftsbereiche Basisannahmen darstellen. Typische allgemeine Planungsprämissen sind erwartete Wirtschaftsentwicklung in den relevanten Regionen, Entwicklungen der Märkte, Gehaltssteigerungen oder prognostizierte Entwicklungen relevanter Rohstoffpreise oder Wechselkurse.
  5. Kontinuität: Mit rollierenden Forecasts wird auf den Vorwurf der mangelnden Flexibilität von traditionellen Budgetierungsmodellen reagiert. In der Praxis heisst das konkret, die Planung rollierend mit einem Zeithorizont von fünf bis acht Quartalen auszulegen.
  6. Fokus auf Key Value Drivers: Ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu einer effizienten Unternehmensplanung ist die klare Fokussierung auf die Variablen, die für den Gesamterfolg den grössten Wert haben: die sogenannten Key Value Drivers. Die wichtigsten Werttreiber sollten so definiert sein, dass sie ihren Teil zur Erfüllung der Gesamtstrategie des Unternehmens leisten und einen direkten positiven Einfluss auf den Cashflow haben. Viele Firmen verlieren sich während des Planungsprozesses in unnötigen Details. Aber Priorisierung ist die kleine Schwester der Effizienz. Wer sich also einmal den Aufwand macht, die Key Value Drivers sorgfältig zu evaluieren, ist der effizienten Planung schon einem deutlichen Schritt näher gekommen.
  7. Zielfokussierung (Target setting): Beim Prozess der Zielfestlegung spielt das Benchmarking eine entscheidende Rolle. Ziele sollten anhand klarer Benchmarks festgelegt werden. Diese können interner Natur sein – die beste Filiale, die beste Business Unit – oder aus den Ergebnissen des Wettbewerbs abgeleitet werden. Dabei geht es um relative Ziele, also beispielsweise ein höheres Marktwachstum zu erzielen und damit besser zu performen.
  8. User Experience: Die Zeiten sind vorbei, in denen Anwender ellenlange Excellisten ausfüllen wollen und in anstrengender Nachtarbeit Daten aggregiert und analysiert werden. Mit dem Aufkommen mobiler Anwendungen mit hoher Anwenderfreundlichkeit ist der Anspruch auch für Businessanwendungen gestiegen. Heute sind moderne, web-basierte Planungslösungen, die Kollaboration sowie einfache Eingabe und Analyse ermöglichen, gefragt. Self-service Analyse und die Unabhängigkeit von IT-Experten sind heute ein Muss, um selbstständig Planungsanwendungen designen zu können.
  9. Workflow: Kollaboration und Kooperation stehen im Mittelpunkt jedes Planungsprozesses. Konkret bedeutet das, dass Unternehmen ihre Ressourcen, Ziele und Stossrichtungen aufeinander abstimmen müssen, um gemeinsam an der Zielerreichung zu arbeiten. Mit einem gut strukturierten Workflow-Prozess, der sowohl Aspekte des Top-Down als auch Bottom-up in die Planung integriert, können Ziele besser abgestimmt und Organisationseinheiten synchronisiert werden.

 


 

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