November 29 , 2018

Bereit für den nächsten Wechselkursschock?

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Wechselkurse: Kaum ein externer Einfluss ist schwerer vorhersehbar. Und doch sind den volatilen Devisenmärkten fast alle Unternehmen ausgesetzt. In unserem Blog zeigen wir, wie eines der grössten Risiken für die Unternehmensplanung am besten gemanagt werden kann.

 

Der Devisenmarkt ist der grösste Markt der Welt. Täglich werden weltweit Währungen im Wert von mehreren Billion Dollar gehandelt. Ein Volumen, mit dem die gewöhnlichen Aktienmärkte nicht annähernd mithalten können. Auch die New York Stock Exchange an der Wallstreet – die bekannteste und stärkste Börse überhaupt – hat gegen den Forex-Markt nicht den Hauch einer Chance. Die  schiere Grösse des Marktes und die hohe Anzahl an Akteuren sind dann auch die Hauptursachen, wieso Preisbewegungen am Devisenmarkt so plötzlich und oft unerwartet stattfinden. Die Währungskurse werden von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst: Veränderungen der Zinssätze, Inflation, politische Entscheidungen, Entwicklungen am Arbeitsmarkt oder die Nachfrage für Import und Export können den internationalen Handel auf den Kopf stellen. Daher ist der Devisenmarkt nicht nur der grösste, sondern auch der volatilste Finanzmarkt unseres Planeten.

 

Nicht vorhersehbar

Werfen wir einen Blick zurück ins Jahr 2015. Am 15. Januar hebt die Schweizerische Nationalbank SNB den Euro-Mindestkurs auf. Europas Einheitswährung fällt zwischenzeitlich von stabilen 1.20 Franken auf weniger als 1 Franken. Und wie reagieren die Märkte? Geschockt. Niemand hat diese Entwicklung kommen sehen. Viele Unternehmen kämpfen teilweise bis heute mit den Folgen. Und das ist keine Überraschung. Es gibt in der stark globalisierten Welt kaum noch ein Unternehmen, das nicht in irgendeiner Form international tätig und damit den Wechselkursschwankungen ausgesetzt ist. Die Wechselkurse spielen eine wichtige Rolle bei grenzüberschreitenden Geschäften. Sie haben einen direkten Einfluss auf die kalkulierten oder erwarteten Erträge. Verändert sich der Wert einer Währung in kurzer Zeit, können sich ganze Vermögenswerte buchstäblich über Nacht massgeblich verändern.

 

Planung stösst an Grenzen

So komplex die Entwicklungen der Wechselkurse sind, so komplex sind auch deren Auswirkungen auf das Business. Die Effekte auf die verschiedenen Dimensionen (Regionen, Produkte, Kunden, Vermögenswerte, Zahlungsströme, Umsatz- und Kostenstrukturen je Währungsexposure usw) sind schwierig zu modellieren. Herkömmliche Planungstools wie zum Beispiel Excel stossen rasch an ihre Grenzen. Der Grund: Die Tools sind nicht fähig, verschiedene Szenarien zu erstellen und sogenannte Stresstests durchzuführen. Das wäre aber nötig, um externe Einflüsse in die Unternehmensplanung einzubeziehen – vor allem dann, wenn die Einflüsse grundsätzlich nicht planbar sind. Stresstests ermöglichen es, Absicherungsstrategien festzulegen und den Einfluss von Währungsschwankungen auf den Ertrag, die Kosten und die Bilanzpositionen zu eruieren. Und hier haben wir auch den Grund, wieso viele Unternehmen die Währungseffekte in der Planung nicht oder nur mangelhaft berücksichtigen: Weil sie es nicht können.

 

Risiken besser managen

Machen wir uns nichts vor: Eine Software, mit der wir in die Zukunft schauen können, gibt es leider nicht. Es wird uns deshalb auch nie gelingen, Wechselkurse genau vorherzusehen. Die Aufgabe der Unternehmensplanung ist es daher auch nicht, im Kaffeesatz zu lesen, sondern Risiken richtig abzuschätzen und mögliche Massnahmen zu definieren. Moderne Softwarelösungen erlauben eine multi-dimensionale Modellierung von Ursache-Wirkungs-Ketten und können komplexe Sachverhalte so abbilden, dass sie alle relevanten Dimensionen berücksichtigen. Die Planungsverantwortlichen können auf der Basis der gewonnenen Daten detaillierte Stresstests durchführen und mögliche Szenarien modellieren.

 

Richtige Entscheide treffen

Diese Art von Modellierung ermöglicht es, sich auf unplanbare Risiken besser vorzubereiten. Die Resultate aus den Stresstest dienen dazu, Massnahmen abzuleiten, um natürliche Absicherungsstrategien umsetzen zu können. Beispielsweise kann ein Unternehmen rechtzeitig anfallende Kosten in Regionen verschieben, in denen ein positives Forex-Exposure vorliegt. Unternehmen, die eine moderne Softwarelösung einsetzen und Wechselkursrisiken richtig managen können, haben einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: Sie sind fähig, richtige Entscheidungen zu treffen – auch in Extremsituationen wie beim Frankenschock 2015.

 


 

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